Kreuzritter der Wandersleut

Martina Schiller-Rall

Ist dein Herz rein, bringt er dich heim,

Wie lange dauerte das denn, bis es denn endlich wirkte? Raimund verging die Lust, durch diesen vermaledeiten Wald zu latschen. Das ging nun schon über Stunden so! Seine Begleitung, einst Freundin, jetzt lästiges Anhängsel, huschte fast elfengleich über den unebenen Boden und hielt bald bei jedem Blatt an, um es ausgiebig zu begutachten. Das nervte!

Wann fiel das Weib endlich um? Wieder stieß es ihm bitter auf. Ihm war schlecht. Seit dem Frühstück rumorte sein Magen, es war kaum auszuhalten. Jetzt schienen sie wirklich die Rollen zu tauschen. Ihm war auch noch heiß, der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Dazu schlug sein Herz viel zu schnell, er kam mit der Atmung kaum hinterher. Eine große Wurzel wuchs direkt vor ihm aus dem Boden. Die kam gerade recht, er brauchte eine Pause. Dann, plötzlich, wie aus dem Nichts, wurde ihm eiskalt…

***

Ausgestattet mit der obligatorischen Schutzkleidung schritt sie über einen abgesperrten Pfad direkt zum vermeintlichen Tatort. »Was haben wir?«, fragte sie. Vor ihr lag eine Plane auf dem Boden.  »Leiche. Männlich.«

***

 »War das das Burrenmännle?« Ein Mädchen sah die Kommissarin mit riesigen Augen an.

»Wer?«

»Das Burrenmännle. Sein Herz war wohl nicht rein.«

Fragend schaute Walburga zu ihrer Assistentin. 

»Das ist eine hiesige Sage«, erklärte ihr diese.

***

Allmählich kroch ihr die Kälte in die Glieder. Bodennebel bildete sich. Nächtliche Jäger suchten aktiv nach ihrer Beute. Wohin also? Ziellos durch den Wald zu irren, würde ihr nicht helfen. Sie brauchte Wegpunkte. Frustriert lehnte sich die Kommissarin an einen Baumstamm. »Während des Sucheinsatzes im Wald verlaufen. Das war … gekonnt!« 

zurück zur Übersicht Band 5