Sagenhaft böse

teilweise tödlich - Band 5

Erinnern Sie sich noch an die Helden und starken Frauen der alten Sagen? Sie prägten unser Gefühl für Gut und Böse und halfen uns das Unfassbare zu verstehen. Die Gestalten aus der nebulösen Vergangenheit können auch heute noch zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen oder vor zukünftigem Unheil warnen. Hauptsache, sie geraten nicht in Vergessenheit und wir nutzen ihr Wissen.
Denn was treibt die ’Weiße Frau’ auf den Bahnübergang in Wittenberg? Während ihre Kollegin in Ostfriesland auftaucht …
Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie unsere 20 neuen Kriminalfälle, die zwar – wie gewohnt – böse sind, aber nicht immer tödlich enden.

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Kreuzritter der Wandersleut´

 Ist dein Herz rein, bringt er dich heim…

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Wie lange dauerte das denn, bis es denn endlich wirkte? Raimund verging die Lust, durch diesen vermaledeiten Wald zu latschen. Das ging nun schon über Stunden so! Wütend trat er gegen eine Wurzel, bereute es aber gleich wieder. Nun tat auch noch sein Fuß weh. Seine Begleitung – einst Freundin, jetzt lästiges Anhängsel – huschte fast elfengleich über den unebenen Boden und hielt bald bei jedem Blatt an, um es ausgiebig zu begutachten. Das nervte! Dabei war sie es doch, die immer gesundheitlich angeschlagen und auf seine Hilfe angewiesen war. Sie hatte sogar die Arbeit aufgegeben, wollte sich wohl auf die faule Haut legen und ihn schuften lassen. Aber nicht mit ihm! Vorsorglich hatte er ihre verschriebenen Herzmedikamente mit eigens aus dem Darknet besorgtem, fiesem, aber gleich aussehendem Zeug ausgetauscht. Wann fiel das Weib endlich um? Wieder stieß es ihm bitter auf. Ihm war schlecht. Seit dem Frühstück rumorte sein Magen, es war kaum auszuhalten. Jetzt schienen sie wirklich die Rollen zu tauschen. Ihm war auch noch heiß, der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Dazu schlug sein Herz viel zu schnell, er kam mit der Atmung kaum hinterher. Eine große Wurzel wuchs direkt vor ihm aus dem Boden. Die kam gerade recht, er brauchte eine Pause. Dann, plötzlich, wie aus dem Nichts, wurde ihm eiskalt…

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teilweise tödlich

Kurzgeschichten

Diese Sammlung gruseliger, historischer, skurriler Kurzgeschichten lässt das Herz jedes Krimifreundes höherschlagen. Auch wenn sie nicht immer tödlich enden, perfide sind sie allemal. Natürlich die Stories, nicht die AutorInnen.
Lesehäppchen für zwischendurch, die garantiert nicht dick machen, aber Wartezeiten überbrücken, die Kaffeepause würzen und Ausreden liefern, wenn Sie einen Termin verpassen. Ob man sie auch vor dem Einschlafen lesen kann, müssen Sie selbst entscheiden.

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Ein verhängnisvoller Diebstahl

Seit sie denken konnten, waren Leo und Ronny dickste Freunde. Sie waren zusammen zur Schule gegangen, hatten vieles unternommen und nach der Schule beschlossen, sich ihren Lebensunterhalt mit Taschendiebstahl zu verdienen.

Beide waren gut darin, aber Ronny war nahezu brillant. Er konnte einem Passanten die Armbanduhr abnehmen, ohne dass der etwas davon bemerkte.

Sie waren noch nie erwischt worden und ihre Diebstähle waren ein einträgliches Geschäft, mit dem sie sich gut über Wasser halten konnten.

Leo hatte immer wieder seine Zweifel, ob sie nicht lieber damit aufhören und eine vernünftige Arbeit aufnehmen sollten. Aber Ronny wischte diese Fragen beiseite.

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»Wir leben doch gut so. Und das bisschen, was wir den Leuten abnehmen, merken die doch gar nicht. Ich hab jedenfalls keine Lust, jeden morgen früh aufzustehen, zu einer öden Arbeit zu rennen, um abends müde und platt nach Hause zu kommen und mich vor die Glotze zu hauen.«

Ronny konnte sehr überzeugend sein, und Leo gab jedes Mal nach. Mittlerweile hatten sie sich auf Arbeitsteilung geeinigt. Leo guckte die Opfer aus, stand abseits und passte auf. Ronny griff den Leuten in die Taschen, in die Jacken, wo auch immer er Wertgegenstände, Portemonnaies oder Geld vermutete. Und wenn es tatsächlich mal jemand mitbekam und Ronny verfolgen wollte, stellte sich Leo wie zufällig in den Weg und ließ sich über den Haufen rennen.

Das war die ganzen vier Jahre seit sie das machten gut gegangen. Zumeist war ihr Revier der Hamburger Hauptbahnhof, wo viele Menschen täglich durch die Gegend hetzten und es turbulent zuging, sodass sie leichtes Spiel hatten.

Aber dann meinte Ronny, er bräuchte mal eine neue Herausforderung und so verlegten sie ihr »Arbeitsgebiet« auf den Kiez, wo zwar auch viele Touristen rumliefen, diese aber nicht so hektisch durch die Gegend eilten. Sie wurden eher durch die Dinge, die man zu sehen bekam, abgelenkt: Peepshows, leicht bekleidete Frauen, Glücksspiele usw.

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Eiskalte Verbrechen

teilweise tödlich - Band 2

Ist die böse Schwiegermutter wirklich Schneewittchens einziges Problem? Wird die Nichte vom Erbe ihrer verstorbenen Tante assimiliert? Führt ein Todeskuss zum letzten Schlaf in den Tiefen des Winterwaldes und warum versetzen ver-kohlte Fotos eine Polizistin in Panik? Kann sich ein Mörder auf einem ablegen-den Schiff in Sicherheit wiegen, während eine Hundebesitzerin im kalten No-vember einschlägige Maßnahmen ergreift? Eisige Angelegenheiten werden einen Angestellten ganz schön ins Schwitzen bringen, während ein Katzenermittlerduo sich auf die Pirsch begibt.
Möglicherweise werden ihre gewonnenen Erkenntnisse Sie verstört zurücklassen, vielleicht werden Sie Ihnen auch Ihre Auszeit versüßen. Entscheiden Sie selbst und begleiten Sie die Autoren in ihrem zweiten Sammelband auf eine Reise zu frostigen Kriminalfällen.

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Eisblumen

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Finstere Träume beutelten ihren Geist. Der Prinz kam zu ihr und rettete sie vor der bösen Königin. Aber wieso holte er sie nicht aus ihrem Gefängnis heraus? Benommen fand sie den Weg zurück in die Wirklichkeit. Schwer hoben sich ihre Augenlider. Ihre Sicht, noch immer verschwommen, hatte sich aber nicht verändert. Noch immer lag sie irgendwo eingesperrt und ihr war eisig kalt. Sie versuchte, sich zu bewegen. Fesseln verhinderten es. Die Erkenntnis traf sie hart, der Albtraum dauerte noch immer an. Sie wollte schreien, den Kopf hin und her reißen, doch stockte sie mitten in der Bewegung. Wieso fehlte dieses Mal die Panik? Ihre Augen auf ein Gebilde richtend, blinzelte sie. So etwas Wunderschönes. Filigrane Strukturen, wachsend, geometrisch perfekt. Fasziniert beobachtete sie diese. Ihr Atem kristallisierte auf der Scheibe, die so nahe vor ihrem Gesicht stand. Müsste sie nicht eigentlich frieren? Sie war anscheinend schon über dieses Stadium hinaus. Bald würde sie wieder schlafen. Für immer. Ihr war es egal. Innere Ruhe durchflutete sie, ihr war, als umspiele eine sanfte Brise ihre Haut. Sie beobachtete weiter die wachsenden Kristalle an der Scheibe. Ihre Lippen formten ein Lächeln. Ihr Blick fokussierte die kleinen Gebilde. Ihr war, als zögen sie sie in sich hinein. Hinein in eine Welt voller Wunder. So war es ihr egal, dass ihre eigene Welt jetzt endete.

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Finstere Abgründe

teilweise tödlich - Band 3

Nichts ist so, wie es scheint, und Saturn dient als Mittel zum Zweck. Dem Morgenmuffel fällt seine Miesepetrigkeit buchstäblich auf die Füße, während ein Sturmtief Ungeahntes aufdeckt. Ein geheimnisvoller Beobachter amüsiert sich beim Verlesen des letzten Willens, während ein Lied von Rio Reiser einem Mann für immer ein Trauma beschert. Freunde und Schrottpressen passen schlicht nicht zusammen. Eine Nachbarschaftswache fördert Überraschungen zutage, und eine Rache übende Tochter weckt die Geister der Vergangenheit in sich. In diesem Sinne vertrauen Sie Ihrem sprechenden Pferd und konsumieren Sie nur den besten Whiskey mit Ihren Liebsten.
Die Autoren laden Sie in ihrem dritten Sammelband zu einer Exkursion in finstere Abgründe ein. Folgen Sie ihnen?

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Axel räumt auf

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Sturmtief Axel bescherte der Ostseeküste Anfang 2017 die schwerste Sturmflut seit zehn Jahren. Wer nicht unbedingt auf ein Auto angewiesen sei, sollte es auch tagsüber besser stehen lassen. Von Raureif bis Glatteis sei bei dieser ungewöhnlichen Wetterlage alles möglich, riet die freundliche Radiostimme des NDR ihren Hörern ... … und traf bei Hinrich auf taube Ohren, die nicht etwa seinem Alter zuzuschreiben waren, obwohl er bereits stramm auf die siebzig zuging. Er kannte den Strand wie seine Westentasche und hatte wahrscheinlich schon mehr Stürme erlebt, als diese Radiotante an Jahren zählte. Kurz nach vier Uhr! Wenn er Beute machen wollte, müsste er jetzt langsam aus den Federn kommen. An der Wasserkante entdeckte er zwei wandernde Lichtpunkte. Er blieb stehen und schaltete seine Lampe aus, um die Lage zu sondieren. Zwei Figuren waren bereits am Strand unterwegs. Die eine mit einem Handstrahler, die andere befunzelte mit einer schwächeren Lichtquelle die nächtliche Szenerie und bewegte sich in unregelmäßigen Kreisen um die strahlende Leuchtquelle herum. Aber beide gingen vom Strand weg, auf den felsigen Abhang zu. Merkwürdig! Glücklicherweise schienen sie keine Ahnung zu haben, an welchen Stellen sich der Bernstein normalerweise absetzte, nachdem ihn die See an die Küste gespuckt hatte. Trotz Wellen und Windgeräuschen hörte Hinrich plötzlich Hammerschläge. „Stopp, aufhören. Das ist gefährlich. Mensch, das ist doch viel zu weich, das hat sich doch alles mit Wasser vollgesogen“, wollte Hinrich den Kletterer warnen. Zu spät. Plötzlich lag ein Rumpeln, das Krachen von brechendem Holz, ein Poltern, Rubbeln und Schleifgeräusche wie von einem Dutzend Pressluftbohrern in der Luft.

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Das Böse kennt keine Grenzen

teilweise tödlich - Band 4

Book Cover: Das Böse kennt keine Grenzen

Sie haben es wieder getan. Bereits zum vierten Mal erzählen Mitglieder der "AutorenGruppe Tödlich" (AGT) kurze, spannende Krimis. Sie werden in ausgesuchte Regionen entführt und erkennen: Das Böse lauert überall! Auf Burgen ebenso wie an Seen, im Wald oder am Rhein, ja selbst im Museum. Sie werden einen Botanischen Garten nie wieder unbefangen betreten können, und auch keine Altstadtvilla mehr betrachten, ohne an diese Geschichten zu denken. Natürlich enden auch die Erzählungen in Band 4 nur 'teilweise tödlich'.

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Schlaflos

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Es war eine sternenklare Nacht. Das Licht des vollen Mondes ließ die eisige Luft glitzern und erhellte selbst den Boden des kahlen Waldes.
Dennis drängte sich dichter an den Felsen, in dessen Schatten er sich versteckte. Fluchend rieb er sich die Hände, um Wärme in seine Finger zu bringen. Er hasste den Winter. Eigentlich hätte er längst in der Südsee sein sollen. Dort hätte er jetzt einen Cocktail schlürfen und den hübschen Mädchen beim Baden zusehen können.
Doch sein unfähiger Bruder hatte mal wieder alles verdorben. Wie konnte man nur so dumm sein und die Alarmanlage auslösen? Dabei hatte der Idiot die Beute schon in den Händen gehalten.
Kopfschüttelnd sah er zu Stefan, der nervös von einem Fuß auf den anderen tänzelte. Nein, sein Bruder war sicherlich nicht die beste Wahl, wenn man nach einem Komplizen suchte, doch es gab keine andere Möglichkeit. So schnell war niemand aufzutreiben, der besser war - und dem er vertrauen konnte. Er musste das hier also mit ihm durchziehen.
Zum Glück hatte er erfahren, wo leichte Beute zu machen war. Reichtümer waren hier zwar nicht zu erwarten, aber wenn er es clever anstellte, würde er bald genug zusammen haben, um das Ticket in die Südsee zu lösen - ohne seinen Bruder natürlich. Es sollte ja schließlich Urlaub werden.
Bei dieser Vorstellung konnte sich Dennis ein Grinsen nicht verkneifen. Vorsichtig lugte er aus seinem Versteck zum Torhaus. Wie versprochen war die Tür nicht verschlossen. Sie mussten nur noch warten, bis der Nachtwächter seine Runde beendete. »Halt dich bereit!«, raunte er Stefan zu.

Anna erschrak. Hatte sie gerade ein Geräusch gehört? Nachts war es hier zwar nie wirklich still, schon allein wegen der schlurfenden Schritte des Wachmanns, doch irgendetwas hatte ihre Aufmerksamkeit geweckt.
Unsicher sah sie sich um: Die Wände ihres Zimmers, vertraut und kalt; das regelmäßige Muster auf dem Boden, der vom Mondlicht erhellt wurde - alles schien wie immer zu sein.
Seufzend erhob sie sich. An Schlaf war nicht mehr zu denken. In ihrem Alter schlief man nicht so leicht wieder ein, wenn die Ruhe gestört wurde. Vielleicht würde ihr ein Spaziergang über den Hof guttun. Bewegung und frische Luft hatte ihr der Arzt jedenfalls empfohlen.
Sie streckte die alten Glieder, schlüpfte in ihren Mantel und trat dann nach draußen. Einen Moment hielt sie inne und lauschte. Doch außer dem Wind, der um die Türme strich, war nichts zu hören.
Anna zuckte mit den Schultern und setzte sich in Bewegung. Im Mondlicht waren die Umrisse der Burg gut zu erkennen. Wie sehr sie diese alten Mauern hasste. Doch August hatte darauf bestanden, herzuziehen. Auch wenn sie ihn in früheren Zeiten mühelos hatte um den Finger wickeln können - in dieser Sache war er unerbittlich gewesen.
Leise streifte Anna durch den dunklen Burghof. Sie hatte das Gefühl, jeden Stein zu kennen. Wie oft schon hatte sie sich ausgemalt, zu fliehen, diesem verfluchten Ort für immer den Rücken zu kehren, doch stets hatte sie im letzten Moment der Mut verlassen. Wohin sollte sie auch gehen?
Sie passierte den kleinen Durchgang neben dem Seigerturm. Tagsüber hörte sie manchmal die Besucher, die dort im Café saßen, scherzten und sich den Kuchen schmecken ließen. Sie hatte nie verstanden, warum man das Gelände für den Pöbel geöffnet hatte, doch so kam wenigstens etwas Abwechslung in ihre ewig gleichen Tage.
Zumindest in der Nacht war sie ungestört. Nur dem Wächter, der einsam seine Runden drehte, begegnete sie manchmal, doch an seine Präsenz hatte sie sich gewöhnt. Im Gegenteil, sie war ihm sogar dankbar, dass er sie und die Burg bewachte. Vielleicht sollte sie ihm einen Besuch abstatten. Die einfachen Gemüter brauchten ab und an Anerkennung und Ermutigung. Dem Lichtschein nach zu urteilen, hielt sich der gute Mann gerade im Johannisturm auf.

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